Laufen
23.08.2015

Berichte

Ein kleiner Bericht von Jens vom Allgäu Panorama Marathon

Der Allgäu Panorama Marathon bietet neben der klassischen Marathondistanz einen Halbmarathon und den Ultra mit 69 km und 3000 Höhenmetern. Diese Daten und die Möglichkeit, den Lauf mit dem Urlaub zu verbinden, haben mich dazu bewogen, mich für diesen Lauf anzumelden. Nach der Erfahrung mit den Zugspitz-Supertrail habe ich mich diesmal gezielt mit langen Läufen im Teuto und auf dem Stiftsweg vorbereitet. Dennoch blieb die Unsicherheit, ob es ausreichend war, bis zum Start am Sonntag.

Um kurz vor 6:00 Uhr versammelt sich eine kleine Schar von Läufern (350 Teilnehmer sind für den Ultra gemeldet) in der Innenstadt von Sonthofen. Nachdem wir zur Startaufstellung gebeten wurden, erfolgt pünktlich um 6:00 Uhr der Start. Ultralauf-typisch geht es sehr entspannt los. Die Schnellen laufen etwas schneller (der Sieger hat später 6:38 Stunden benötigt) und die Langsamen laufen etwas langsamer (der Letzte erreicht nach 12:56 Stunden das Ziel) und ich bewege mich irgendwo dazwischen (8:47 Stunden bis ins Ziel). Die ersten Kilometer verlaufen flach aus Sonthofen hinaus und dann entlang der Iller. Nach dem Sonthofener See geht es nach links in die Hügel - oder sollte ich Berge sagen? Der Weg steigt nun stetig und wir laufen von ca. 750 Meter auf über 1600 Meter Höhe. Es geht über die Hörner-Gruppe bis zum Weiherkopf. Bereits auf diesem Stück macht der Lauf seinem Namen alle Ehre. Der Sonnenaufgang über den Bergen östlich von Sonthofen ist phänomenal. Auch im weiteren Verlauf beeindrucken die Bergpanoramen. Der Blick auf Gottesacker, Ifen, Rubi- und Nebelhorn ist großartig - leider fehlt mir die Zeit, um alle Eindrücke aufzunehmen. Die Strecke führt uns nach den "Hörnern" weiter über den

Rietbergpass nach Riezlern (A) im Kleinwalsertal. Von dort geht es auf der Ostseite des Tals zurück. Über Oberstdorf, vorbei an der Skiflug- und der Schattenbergschanze hinauf auf den Sonnenkopf, den höchsten Punkt des Laufes (1712 mNN). Nun folgt noch der finale "Downhill" - 1000 Höhenmeter am Stück - nach Sonthofen. Meine Sorge in Bezug auf die Vorbereitung war größtenteils unberechtigt. Das Tempo hatte ich, an den Stellen, wo ich es mir aussuchen konnte (bergauf wird sowieso gewandert), passend gewählt. Erst nach der längeren Bergabpassage nach Oberstdorf begannen die Oberschenkel zu schmerzen. Vor hier aus waren es jedoch nur noch 20 Kilometer bis ins Ziel und auf dem letzten Stück vom Sonnenkopf hinab trägt mich die Euphorie (oder ist es die Erleichterung), es gleich geschafft zu haben. Im Ziel erwartet Claudia, die am Halbmarathon teilgenommen hat, mich bereits. Wir trinken noch etwas und anschließend begebe ich mich in die Hände einer jungen Physiotherapeutin, die den zu erwartenden Muskelkater durch eine entspannende Massage lindern soll.

 

Noch ein paar Anmerkungen für Nachahmungstäter: Der Untergrund ist über weite Strecken Asphalt oder Schotter. Es gibt nur wenige Trail-Abschnitte, die machen dafür aber richtig Spaß beim Laufen. Die Beschilderung ist vorbildlich, jeder Kilometer wird angezeigt und verlaufen kann man sich nur vorsätzlich.

Es gibt ca. alle 5 Kilometer eine Versorgungsstation. Meist nur Wasser und Iso-Getränk. Alle 15 Kilometer ist eine Vollverpflegung vorhanden. Dort gibt es von Obst bis Gel alles, was man benötigen könnte. Die Stationen sind mit überaus freundlichen und humorvollen Menschen besetzt. Kurz vor dem Sonnenkopf erkundigte ich mich, ob es noch weit sei, bis zum Sonnenkopf. Der Helfer: "Naa, des is nimmer weid, ca. drahundert meder -" mein Blick folgt seiner Geste und er vollendet den Satz: "auffi."

Wenn man dann nach dem Lauf noch ein paar Tage vor Ort bleibt, kann man viele Teile der Laufstrecke nochmals abwandern und die grandiose Landschaft in Ruhe genießen.